Wiederkehr und Abschied“

Biografie Herbert Fux

Auszüge aus der Biografie von Herbert Fux

 


„Freitod“, was für ein Unterschied zu dem schuldbeladenen Wort „Selbstmord“. Eine Gegenüberstellung von: „Er hat den Freitod gewählt“ zu: „Er hat Selbstmord begangen“ bringt das noch deutlicher zum Ausdruck. Freitod beinhaltet eine freie, selbstbewusste Entscheidung eines Menschen, in einer als ausweglos empfundenen Situation den Aufenthalt hier auf Erden würdevoll zu beenden…

27. Jänner 2007. Ich hatte - jetzt bereits drei Monate im Spital liegend - die Hoffnung fast aufgegeben noch eine Genehmigung von Dignitas zu bekommen, als Edith mich völlig verstört anrief, dass ein Schreiben aus der Schweiz eingetroffen sei. Sie habe es aufgemacht und darin sei geschrieben gestanden, dass ich nunmehr grünes Licht für eine Freitodbegleitung erhalten hatte. Sie weinte und legte auf. Edith hatte zwar gewusst, dass ich Dignitas-Mitglied war, nicht aber von meinem konkreten Ansuchen. Für mich war diese Nachricht eine Erlösung. Der Gedanke war mir inzwischen immer unerträglicher geworden, durch mein Dahinsiechen, Menschen, die ich liebte, zu belasten. So, wie ich von meiner Struktur her geschaffen war, hatte ich stets intuitiv handeln müssen. Ein Charakterzug, der mich in dieser österreichischen Halbdiktatur letztlich unweigerlich in eine völlige berufliche und politische Isolation geführt hatte. In diesen letzten sechs Lebensjahren hatte ich meiner Frau nur mehr wenig Freude bereiten können und hatte fast ausschließlich von dem Kapital gelebt, das ich mir als erfolgreicher Film- und Fernsehschauspieler in Deutschland, Italien und Spanien erworben hatte. Eine Politikerpension hatte ich nie angestrebt. Stattdessen hatte mir diese österreichische Parteiendiktatur samt ihrer Vertreter ein solches Maß an Niederträchtigkeiten beschert, dass meine Gesundheit systematisch ruiniert worden war. Nun war es Zeit, endgültig Abschied zu nehmen.