Und im Herzen Gipfelglück”

Biografie Norbert Malzer

Naturfreund und Bergsteiger aus Leidenschaft

Auszüge aus der Biografie von N. Malzer

 


„Die Vorhut für einen zweiten Schwung von Kindern”

Meine Ankunft in der Familie (1936)

Im Sommer 1936 – am Tag meiner Geburt – startete in Griechenland der erste Fackellauf mit dem olympischen Feuer. Nach 3.187 Kilometern, elf Tagen und zwölf Nächten traf die Flamme – Botschaft des Friedens und der Verbundenheit der Völker – in Berlin ein, wo am 1. August 1936 die 11. Olympischen Spiele stattfanden.
In diesem Sommer war Margaret Mitchells Bestseller-Roman „Vom Winde verweht“ erschienen, das Theaterstück „Peter und der Wolf“ war in Moskau uraufgeführt worden und in Spanien war der Bürgerkrieg ausgebrochen.
Der zukünftige österreichische Diktator der folgenden Jahre befahl in seiner Denkschrift zum Vierjahresplan, dass die Armee innerhalb von vier Jahren einsatzfähig und die Wirtschaft kriegsfähig sein solle, die Hitlerjugend wurde offiziell in „Staatsjugend“ umbenannt. Mit Frieden und Verbundenheit der Völker, wie es der olympische Gedanke vorsah, hatte das nicht viel gemein.
Österreich war seit zwei Jahren ein autoritär regierter Ständestaat: 1933 hatte die nationalsozialistische deutsche Reichsregierung die "1000-Mark-Sperre" erlassen, wodurch jeder Deutsche, der nach Österreich reisen wollte, eintausend Mark hinterlegen musste. Der Fremdenverkehr lag brach, Österreich litt hart unter der Wirtschaftskrise mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit. 1934 schlug der nationalsozialistische Putschversuch fehl, Bundeskanzler Dollfuß war ermordet worden und im Juli 1936 verpflichtete sich Österreich, seine "Außenpolitik als zweiter deutscher Staat zu führen". Die Weichen für die Zukunft waren gestellt.
In diese Zeit wurde ich geboren: es war der 20. Juli 1936, ein heißer Sommertag in den Bergen mit langen Tagen und kurzen Nächten. Für meine Mutter sollten diese Nächte nun noch kürzer werden: ich war das siebte Kind, ihr vierter Sohn.

Norbert Malzer



„Das Herz schlägt für Österreich”

Eine Jugendliebe mit Folgen (ab 1989)

Wir teilten uns eine gemeinsame Leidenschaft: die Berge. Plötzlich tauchte mein Fernweh nach den Bergen in unvermuteter Stärke wieder auf: nun spürte ich beinahe körperlich. Für eine viel zu lange Zeit war ich von ihnen getrennt gewesen. Sie fehlten mir mit jeder Faser meines Körpers. Doch ab nun sollte eine neue Ära beginnen.
Dreißig lange Jahre hatte ich auf „meine“ Berge verzichtet: auf das Gipfelglück im Herzen, wenn man droben steht und in die Weite der gleißenden Gipfel blickt. Wenn man mit anderen Menschen den Aufstieg meistert und sich dort oben gegenseitig in die strahlenden Augen blickt und sich ein „Berg frei“ wünscht. Endlich wandte ich meinen Blick wieder in Richtung Süden und in Richtung Berge. Dreißig lange Jahre hatte ich keine Hochtour mehr bestritten, doch Marianne steckte mich sprichwörtlich wieder in meine Bergschuhe. Von nun an unternahmen wir jedes Mal, wenn ich für die wenigen Wochen Urlaub im Jahr nach Österreich fuhr, ausgiebige Touren. Marianne und die Berge wurden mein neues, zweites Leben: alle meine Urlaubstage verbrachte ich in Österreich. Es gab nichts Vergleichbares.